Die wichtigsten Fragen zur Kesselwasseranalyse und zum Kesselspeisewasser – von p-Wert & m-Wert (Säurekapazität) über Härte, Sulfit und pH bis Leitfähigkeit und Grenzwerten nach DIN EN 12952/12953.
p-Wert und m-Wert beschreiben die Säurekapazität (Alkalität) des Kesselwassers. Der p-Wert ist die Säurekapazität bis pH 8,2 (KS8,2), der m-Wert die Säurekapazität bis pH 4,3 (KS4,3). Beide werden per Titration mit einem Alkalität-Messbesteck bestimmt: Probe mit Indikator versetzen und bis zum Farbumschlag titrieren – der Verbrauch ergibt p- bzw. m-Wert. Sie sind die Kernkontrolle der alkalischen Fahrweise und der Konditionierung.
Praktisch dafür: das Messbesteck „Alkalität p-Wert und m-Wert" oder direkt eines unserer fertigen Kesselwasser-Prüfsets.
Kesselspeisewasser ist das aufbereitete Wasser, das dem Kessel zugeführt wird (enthärtet bzw. entsalzt, entgast, konditioniert). Kesselwasser ist das Wasser im Kessel selbst – durch Verdampfung aufkonzentriert, daher mit höheren Salz- und Alkalitätswerten. Beide werden nach DIN EN 12952/12953 mit teils unterschiedlichen Grenzwerten überwacht.
Härtebildner (Calcium/Magnesium) führen zu Kesselstein auf den Heizflächen – das verschlechtert den Wärmeübergang, kostet Energie und kann zu Überhitzungsschäden führen. Deshalb wird das Speisewasser enthärtet und die Gesamt- und Resthärte regelmäßig kontrolliert (Frühwarnung vor Härtedurchbruch).
Sulfit ist ein chemischer Sauerstoffbinder: Es entfernt Restsauerstoff und schützt so vor Sauerstoff-/Lochfraßkorrosion. Der Sulfit-Überschuss wird überwacht, damit genug Bindekapazität vorhanden ist, aber nicht unnötig aufsalzt. Alternativ kommen Hydrazin oder DEHA zum Einsatz.
Die Leitfähigkeit ist ein Maß für den gelösten Salzgehalt. Sie steigt durch die Eindickung im Kessel und steuert die Absalzung: Übersteigt sie den Grenzwert, wird abgesalzt, um Schaumbildung, Mitreißen und Beläge zu vermeiden. In der salzarmen/salzfreien Hochdruck-Fahrweise wird sie hochauflösend im µS/cm-Bereich gemessen.
Kesselwasser wird alkalisch gefahren (typisch pH ~9,5–11 je nach Druckstufe und Regelwerk), um Korrosion zu minimieren und eine schützende Schicht zu erhalten. Der pH wird zusammen mit p-/m-Wert kontrolliert; im dokumentierten Betrieb häufig mit einem elektronischen pH-Meter über den vollen Bereich.
Die Anforderungen richten sich nach DIN EN 12952-12 (Wasserrohrkessel) bzw. DIN EN 12953-10 (Großwasserraumkessel) und VdTÜV/AGFW – abhängig von der Druckstufe (≤ 20 / ≤ 40 / > 40 bar). Mit dem Druck sinken die zulässigen Werte für Härte, Kieselsäure, Eisen und Kupfer deutlich (bei Hochdruck bis in den Spurenbereich). Maßgeblich sind stets Kessel-Herstellervorgaben und das gültige Regelwerk.
Üblich sind: Gesamt-/Resthärte (Enthärtung), pH und p-/m-Wert (alkalische Fahrweise), Sulfit/Hydrazin/DEHA (Sauerstoffbindung), Phosphat (Härtestabilisierung), Leitfähigkeit (Absalzung) und – im Hochdruck – Kieselsäure, Eisen, Kupfer als Spurenanalytik.
Am einfachsten stellen Sie sich Ihr passendes Prüfset im Kesselwasser-Konfigurator zusammen – abgestimmt auf Ihre Druckstufe und Methode.
Für Nieder- und Mitteldruck reichen meist Titrier-Messbestecke (Härte, pH, Alkalität p/m, Sulfit, Phosphat). Wer dokumentieren muss oder Spuren (Hochdruck) misst, nutzt ein Photometer mit den passenden Reagenzien. Beide Wege deckt unser Konfigurator ab – inkl. fertiger Sets pro Druckstufe.
Abgestimmt auf Ihre Druckstufe und Methode – Messbestecke, Titrier-Sets oder Photometer.
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